Dreißig Wochen, rund sechzigtausend Messwerte, ein Sensor am Arm. Diese Seite zeigt, wie sich meine Werte in dieser Zeit entwickelt haben — einschließlich der Wochen, in denen es rückwärts ging.
Dies ist die Dokumentation eines einzelnen Falls, keine Handlungsanleitung. Ob und wie Medikamente eingesetzt werden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen. Setzen Sie niemals eigenmächtig Medikamente ab. Was bei mir funktioniert hat, kann bei Ihnen anders ausgehen — Typ 2 verläuft individuell, und viele Menschen brauchen Medikamente, ohne dass sie etwas falsch gemacht hätten.
Dreißig Wochen in Zahlen
Berechnet aus dem Rohdatenexport. Rund 2.000 Messungen je Woche.
Was die Kurve zeigt
Der Wochendurchschnitt ist von 143 auf 118 mg/dl gefallen. Der Glukose-Management-Indikator, ein rechnerischer Näherungswert zum Langzeitwert, ging von 6,7 auf 6,1 Prozent zurück.
Was mir wichtiger ist als die Endzahl: Die Linie läuft nicht gerade. Sie hat Zacken nach oben, und eine davon war deutlich.
Die fünfte Woche
In Kalenderwoche 5 lag der Durchschnitt bei 163 mg/dl — höher als in jeder anderen Woche des Jahres. Nur 45 Prozent der Werte lagen zwischen 70 und 160, sonst waren es 90 und mehr.
Ich weiß bis heute nicht genau, woran es lag. Es war Winter, ich hatte wenig Bewegung, und der Alltag war voll. Wahrscheinlich kam mehreres zusammen. Was ich nicht getan habe: die Woche aus den Daten löschen.
Wer nur die guten Abschnitte zeigt, erzeugt ein falsches Bild. Wer eine Stoffwechselerkrankung ohne Medikamente führen will, wird Wochen erleben, in denen die Werte steigen. Die Frage ist nicht, ob das passiert, sondern was danach kommt.
Was ich verändert habe
Drei Dinge, über Monate, ohne Perfektion:
Bewegung nach dem Essen. Zwanzig Minuten gehen, wann immer es geht. Das ist der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — jedenfalls bei mir.
Regelmäßiges Training. Ausdauer im ruhigen Bereich, dazu Kraft. Nicht täglich, aber verlässlich.
Abendessen früher und kohlenhydratärmer. Nicht immer umsetzbar. Wenn es klappt, sehe ich es am nächsten Morgen.
Was ich nicht getan habe
Ich habe nicht gehungert, keine Mahlzeiten ausgelassen und keine Diät befolgt, die einen Namen hat. Ich habe auch keine Nahrungsergänzung als Ersatz für etwas anderes genommen.
Und ich habe nichts abgesetzt — bei mir stand diese Frage nie zur Debatte. Wer Medikamente nimmt, sollte diesen Weg mit ärztlicher Begleitung gehen, nicht gegen sie.
Belegt ist: In diesen dreißig Wochen sind meine Werte gesunken. Die Messung ist lückenlos, die Zahlen stammen aus dem Rohexport des Sensors.
Nicht belegt ist: welche Maßnahme wie viel beigetragen hat. Ich habe mehreres gleichzeitig verändert, dazu kommen Jahreszeit, Stress und Schlaf. Für eine saubere Zuordnung müsste man die Faktoren trennen — im Alltag geht das nicht.
Ebenfalls nicht belegt: dass dieser Verlauf bei anderen ähnlich aussieht. Ein Fall ist ein Fall.
Zum Begriff Remission
In der Fachliteratur bedeutet Remission bei Typ 2, dass der Langzeitwert ohne Medikamente über mindestens drei Monate unter einer bestimmten Schwelle bleibt. Es bedeutet nicht Heilung. Die Veranlagung bleibt, und die Werte können zurückkommen — besonders wenn die Umstände sich ändern.
Ob mein Zustand diese Definition erfüllt, stellt nicht der Sensor fest, sondern eine ärztliche Untersuchung mit Laborwerten. Der Sensor zeigt eine Richtung, keinen Befund.
Das Wichtigste in Kürze
- Dreißig Wochen durchgehende Messung, rund 60.000 Einzelwerte.
- Wochendurchschnitt von 143 auf 118 mg/dl gesunken.
- Der rechnerische Langzeitwert ging von 6,7 auf 6,1 Prozent zurück.
- Eine Woche lag deutlich über dem Rest — Rückschläge gehören dazu.
- Was welchen Anteil hatte, lässt sich nicht trennen.
- Medikamente gehören in ärztliche Hand, nicht in Eigenregie.
Einzelfalldokumentation, keine Studie und keine Empfehlung.
Quellen
Dieser Beitrag stützt sich auf eigene Sensormessungen. Wo Studien erwähnt werden, sind sie im Text verlinkt. Gewebeglukosemessung: FreeStyle Libre 3.